Nicolas wird im Dezember 1197 n.Chr. als zweiter von drei Söhnen geboren. Sein Vater, wohnhaft auf einem kleinen Landgut vor den Toren von Paris, gehört dem niedrigen Adel an, seine Mutter, ebenfalls von niedrigem Adelsstand, stammt ursprünglich aus Bayern. Die Geburt Nicolas steht unter schlechten Vorzeichen, zerstörte doch ein großes Hochwasser im März weite Teile von Paris, vor allem viele Brücken über die Seine.

Wie auch sein drei Jahre älterer Bruder André zuvor, wird Nicolas von seinem Vater im Alter von sieben Jahren einem befreundeten Ritter zur Ausbildung übergeben. In diesem Jahr erobern Kreuzfahrer des 4. Kreuzzugs Byzanz und gründen das lateinische Kaiserreich.

Zum 21. Lebensjahr wird Nicolas von seinem Vater mit ausreichend Mitteln versorgt, um die Schwertleite zu erhalten. Ein Jahr zuvor zogen die Kreuzfahrer unter der Führung von König Andreas II. von Ungarn und Herzog Leopold VI. von Österreich in den 5. Kreuzzug. Nicolas Bruder André folgt als weltlicher Ritter diesem Kreuzzug und erhält im Heiligen Land eine kleinere Länderei als Lehen.

Nicolas tritt 1218 als Ritterbruder in den Templerorden ein. Seine Aufnahme erfolgt in der Komturei Freyburg am Rhein, von dort aus wird er direkt in´s Heilige Land beordert. Sein jüngerer Zwillingsbruder Lambert, der mangels finanzieller Möglichkeiten der Familie die Schwertleite nicht erhalten kann, tritt als „Dienender Bruder“ ebenfalls dem Orden bei und begleitet Nicolas auf der Reise. Zu diesem Zeitpunkt ist Guillaume de Chartres 14. Großmeister des Ordens. 

Anmerkung: in Freiburg gab es eine Niederlassung des Deutschen Ordens. Über eine Niederlassung der Templer in Freiburg ist nichts überliefert. Als ich mit dem Hobby begann, existierte aber eine befreundete Templer-Gruppe unter dem Namen „Komturei Freyburg“, daher übernehme ich diesen fiktiven Teil in den „Lebenslauf“.

Im Jahr 1221, mittlerweile ist Pedro de Montaigu der 15. Großmeister des Ordens, wird Nicolas beim Kreuzzug von Damiette (5. Kreuzzug) im Nildelta vor Kairo schwer verletzt und kehrt nach Europa zurück. Dort übernimmt er als Komtur die kleine, unbedeutende Komturei Ortenau und verwaltet zusammen mit seinem Bruder Lambert und einigen weiteren Ordensbrüdern mehrere kleinere Ordensliegenschaften östlich des Rheins vor den Toren von Strasbourg.

Anmerkung: Die Templer sollen in Strasbourg ab 1183 Fuß gefasst haben. Ob es östlich des Rheins Liegenschaften dieser Komturei gab, ist nicht überliefert und eher fraglich. Daher ist die Geschichte der Komturei Ortenau an dieser Stelle fiktiv.

Als Papst Innozenz IV. zum 6. Kreuzzug aufruft, verlässt Nicolas (trotz seines mittlerweilen hohen Alters von rund 50 Jahren) die Komturei und schließt sich auf Befehl des Großmeisters Guillaume de Sonnac dem Ordenskontingent an. Ludwig IX. versammelt ein Heer in Aigues-Mortes in Südfrankreich und am 25. August 1248 schifft sich Nicolas dort mit den restlichen Kreuzfahrern ein. Das Ordenskontingent bricht zusammen mit den anderen Kreuzfahrern von dort nach Zypern auf. Am 17. September erreicht man den Hafen von Limassol auf Zypern. Ludwig IX. versammelt  rund 2.500 bis 2.800 Ritter, 5.000 Armbrustschützen und weitere 15.000 Soldaten, bevor man man sich in Richtung des ägyptischen Damiette auf den Weg macht.

Bei der Landung in Ägypten trifft man bereits am Strand auf ein ayyubidisches Heer unter der Führung des Mameluken Fachr ad-Din Yusuf. Dessen Truppen werden in der Schlacht am Strand schnell geschlagen und zur Flucht gezwungen. Damiette fällt anschließend nahezu kampflos in die Hände Ludwigs.

Ein kleiner Trupp der Tempelritter wird, nach der Eroberung Damiettes, unter der Führung von Nicolas, zur Hafenstadt Akkon geschickt, um dort über den Sieg der Kreuzfahrer zu berichten. So kommt es, dass Nicolas nicht an der Schlacht von al-Mansura teilnimmt, bei der das Kreuzfahrerheer vernichtend geschlagen wird und in der auch Guillaume de Sonnac, der 18. Großmeister der Templer, am 11. Februar 1250 im Kampf fällt.

Aktuell (1251 n.Chr.) dient Nicolas dem Templerorden im Heiligen Land unter Großmeister Renaud de Vichiers.

 

Frater Nicolas / Aufruhr auf der Tannenburg
Frater Nicolas: „Aufruhr auf der Tannenburg“
Frater Nicolas von Holzhuuse

Die Zukunft: 1263 n. Chr. wird Baibars, der erste Mamlukensultan, einen ersten Vorstoß ins Heilige Land unternehmen und in Nazareth dessen bis dahin berühmte Kirche zerstören.

Bis 1277 n.Chr. würden seine Truppen in nur 14 Jahren bei Eroberungen christlicher Städte mehr christliche Bewohner massakrieren als in den restlichen fast 200 Jahren der Kreuzzüge zivile Opfer unter der muslimischen Zivil-Bevölkerung zu beklagen waren.

Sowohl muslimische als auch christliche Chronisten berichten, dass er der Bevölkerung von belagerten Städten regelmäßig freies Geleit versprach, nur um dann nach der Öffnung der Tore doch grausamste Massaker an der Bevölkerung anzuordnen.

Im März 1265 n.Chr. verhandelte er mit den Johannitern die Übergabe der Stadt Arsuf. Er versprach für alle freies Geleit und tötete bzw. versklavte dann dennoch alle Bewohner inkl. der 270 Johanniter.

1266 n.Chr. griff er die Templerburg bei Safed an. Hoffnungslos unterlegen verhandelten die Templer die Übergabe und freies Geleit. Als die Templer die Tore öffneten um abzuziehen, ließ Baibars allen Christen den Kopf abschlagen.

1267 n.Chr. belagert Baibars Akko. Um die Verteidiger einzuschüchtern, lässt Baibars die ländliche Umgebung durchsuchen und stapelt die abgeschlagen Köpfe der aufgegriffenen Christen vor der Stadt. Die Belagerung muss er dennoch aufgeben.

1268 n.Chr. lässt Baibars alle Bewohner Jaffas töten. Anschließend ist Antiochia an der Reihe: Selbst muslimische Chronisten berichten schockiert, dass nach der Eroberung der Stadt die Tore geschlossen wurden und die Truppen Baibars die christlichen Bewohner foltern und töten ließ – es war wohl das größte Massaker der gesamten Kreuzzugsära (Quelle: Thomas F. Madden, The Concise History of the Crusades). 14.000 Bewohner wurden nach glaubwürdigen Quellen sofort getötet, „mehrere 10.000“ Menschen in die Sklaverei verschleppt. Das mächtige Antiochia, eine Stadt mit 400 (!) Türmen, war jedenfalls anschließend nachweislich völlig entvölkert und weitgehend zerstört. Zum Vergleich: als Jerusalem im ersten Kreuzzug erobert wurde, zählte man rund 3.000 Opfer unter den Verteidigern und der Bevölkerung. Da die befestigte Altstadt Jerusalems damals weniger als zwei Quadratkilometer groß war, sind die oft zitierten 70.000 Toten in der Stadt undenkbar und ein Jahr vor der Eroberung durch die Christen wurde die Bevölkerung ebenfalls mit rund 3.000 Bewohnern angegeben. Da nämlich eroberten fatimidische Truppen Jerusalem und richteten ein Blutbad unter der seldschukkischen Bevölkerung in der Stadt an.